Investigations mit AI effizienter durchführen

Shownotes

In dieser Folge geht es ausnahmsweise nicht um einen Fall, sondern um das Werkzeug. Die Frage, ob künstliche Intelligenz unseren Beruf überflüssig macht, höre ich in letzter Zeit immer häufiger. Meine Antwort liegt in der Mitte, und statt sie nur zu behaupten, zeige ich, wie ich selbst ein kleines System aus KI-Agenten für meine forensische Arbeit aufgebaut habe.

Ich kläre zuerst, was ein Agent überhaupt ist: kein Roboter, sondern ein Sprachmodell mit einer festen Rolle und Zugriff auf einen definierten Fallkontext, vergleichbar mit einem Junior, den man einmal einarbeitet. Dann zeige ich, wo in einer Untersuchung die Zeit tatsächlich draufgeht, nämlich nicht beim Urteil, sondern in der Vorarbeit: Sichten, Sortieren, Aufbereiten, Dokumentieren. Am Beispiel eines Interview-Agenten und eines Überblicks-Agenten wird konkret, wie die Zuarbeit funktioniert und wie der Output des einen zum Input des nächsten wird.

Außerdem: warum die erste Version nie "nach einem selbst" klingt, wie ein Agent über sogenannte Skills mit der Zeit den eigenen Stil lernt, und ein ehrlicher Abschnitt zu den Grenzen. Diese Modelle können sich überzeugend irren, Vertraulichkeit ist nicht verhandelbar, und die Verantwortung für Würdigung und Schlussfolgerung bleibt beim Menschen.

Die ausführliche Beitragsreihe "Claude x Investigations" auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/patrick-schneider1/

Bist du Experte auf einem Gebiet der Compliance oder Forensic Investigations? Dann lass uns gerne eine Folge zusammen machen! Auch Anregungen, Kritik oder Vorschläge für zukünftige Episoden, kannst du gerne an mich persönlich richten: https://de.linkedin.com/in/patrick-schneider1

Transkript anzeigen

00:00:09: Forensic Investigations – der Podcast.

00:00:23: Herzlich willkommen zu Forensik Investigations, der Podcast!

00:00:27: Hier erhaltet ihr regelmäßig neue Episoden zu Themen rund um forensische Sonderuntersuchungen, Wirtschaftskriminalität und Compliance.

00:00:35: Mein Name ist Patrick Schneider.

00:00:36: ich bin Certified Fraud Exeminar- und Unterstützerunternehmen bei der Durchführung von internen Sonderuntersuchungen sowie der Verbesserung ihrer internen Kontrollsysteme und der Compliance Kultur.

00:00:48: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Forensic Investigations.

00:00:52: Heute wird es ein bisschen anders als sonst, denn normalerweise reden wir ja über fachliche Sachverhalte aus unserer forensischen Arbeit also due diligence fraud compliance aber heute reden wir mal über Werkzeuge und zwar konkret wie uns künstliche Intelligenz helfen kann eine Investigation effizienter zu gestalten.

00:01:13: Außerdem reden wir über das, was man inzwischen Agenten nennt und über die Frage, was das eigentlich für unsere Arbeit als Forensiker bedeutet wenn wir mit AI arbeiten.

00:01:22: Ich mache das aus einem einfachen Grund ich werde in letzter Zeit immer häufiger gefragt ob jetzt KI unseren Beruf überflüssig macht oder das Gegenteil ob das jetzt alles noch Hype ist und am Ende kommt da ohnehin nichts bei rum und die Tokenpreise sind so hoch dass man sich doch lieber ein Junior einstellen kann.

00:01:40: Meine Antwort liegt wie so oft in der Mitte Und würde ich das nicht nur behaupten, sondern zeigen will erzähle ich heute mal wie ich selbst ein System aus Agenten gebaut habe und was es tatsächlich für meine Arbeit macht.

00:01:51: Wenn ihr mir auf LinkedIn folgt habt ihr in den letzten Wochen oder vor einigen Wochen bereits eine Beitragsreihe dazu gesehen und diese Folge ist jetzt sozusagen das Fundament darunter.

00:02:00: wenn ihr die Beiträge nicht gesehen habt macht das nichts.

00:02:03: die Folge sollte euch eigentlich alle abholen.

00:02:07: fangen wir mit dem Begriff an der gerade sehr inflationell benutzt wird und zwar ist das der Agent.

00:02:13: Wenn ich von einem Agenten spreche, meine ich jetzt kein Roboter oder eine Software die vollkommen eigenständig Entscheidungen trifft und meine Arbeit für mich erledigt.

00:02:22: Ich mein was viel Schlichteres!

00:02:24: Um das zu verstehen, stellt man sich am besten ein Sprachmodell vor dass es genauso aufgebaut ist wie einen Chatassistent den wir kennen.

00:02:32: Diesem Agent geben wir zwei Dinge mit.

00:02:34: Erstens seine Rolle und eine klar umschriebene Aufgabe.

00:02:39: Zweitens Zugriff auf einen gemeinsamen Wissensstand, in meinem Fall sind das jetzt Unterlagen zu einem Fall oder ein Projekt.

00:02:46: Und das ist es im Kern auch schon!

00:02:49: Der Agent selbst ist also ein Sprachmodell mit einer festen Aufgabe und mit Zugriffs auf einen definierten Kontext.

00:02:55: Der Vergleich der mir am meisten hilft... ...ist er mit einem neuen Teammitglied um das zu verstehen.

00:03:00: Also wenn bei uns jetzt ein Junior anfängt dann sage ich ihm ja auch nicht jeden Morgen aufs Neue wer wir sind und wie wir arbeiten und was diese Untersuchung soll.

00:03:08: Das sage ich ihm einmal und arbeite ihn ein.

00:03:10: Okay, vielleicht sage ich es nochmal aber wenn er nervös ist oder so... Aber es geht darum dass die Person dann versteht was die Rolle im Projekt ist.

00:03:19: also was ist hier meine Zuständigkeit?

00:03:21: Was soll ich erfüllen?

00:03:23: Und dann kriegt der eine Aufgabe.

00:03:26: Er hat dann also Zugriff auf die Fallunterlagen und ich erwarte dann das innerhalb dieser Leibplanken gearbeitet werden kann.

00:03:32: Genau so muss man sich das bei einem Agenten auch vorstellen Nur, dass das Einarbeiten hier bedeutet.

00:03:38: Ich schreibe seine Rolle und seine Aufgabe einmal auf... ...und ab dann ist diese Anweisung da!

00:03:44: Die verschwindet auch nicht.

00:03:46: So viel zu Grundlage damit wir eben wissen worüber wir hier gemeinsam sprechen.

00:03:52: Bevor wir jetzt einsteigen und ich die ganzen Agenten erkläre, ist es glaube ich wichtiger für euch wenn ihr über euch überlegt wie ihr eure Projekte effizienter gestalten könnt zu überlegen, welche Arbeiten eigentlich die meiste Zeit kosten und auch ob man in der Lage ist diese arbeiten dann im Prozess Modular so zu beschreiben und darzustellen dass überhaupt von einer AI übernommen werden können.

00:04:19: Und bei den Investigationen ist die Frage eigentlich ganz einfach zu beantworten, welche Aufgaben uns die meisten Zeit kosten?

00:04:27: Und das behaupt ich mal es ist nicht das Denken!

00:04:30: Es ist nicht Das Verstehen Also nicht die forensische Würdigung und nicht die Einschätzung oder Schlussfolgerung, sondern das ist der Teil für den man uns eben holt.

00:04:38: Und es ist auch der Teil, der am meisten Spaß macht um für dem man Erfahrung braucht.

00:04:43: Die Zeit geht eigentlich woanders drauf.

00:04:44: Sie geht ins Sichten sortieren priorisieren verknüpfen von Informationen, die an verschiedenen Stellen liegen und zusammenfassen und dokumentieren.

00:04:56: Das zieht sich durch jede Phase einer Untersuchung.

00:04:59: Bei der Datenauswertung, bei der Vorbereitung von Interviews beim Schreiben des Berichts und überall sitzt vor dem eigentlichen Denken erst einmal ein Bergaufbereitungen- und Zusammenfassungsarbeit.

00:05:10: Und jetzt nehmen wir mal eine typische Post M&A Investigation bei der sich jetzt einen Whistleblower gemeldet hat weil Unstimmigkeiten in den Zahlen gefunden wurden.

00:05:19: Wir sichern die Daten, wir werden Buchhaltung und Verträge aus, wir bereiten ein Interview mit Schlüsselpersonen vor Und am Ende muss das ja alles noch in einem Bericht gegossen werden.

00:05:29: Jedem dieser Schritte geht eine gehörige Vorarbeit voran und die muss erst mal gemacht werden, bevor wir überhaupt anfangen können Schlussfolgerungen zu ziehen.

00:05:38: Das ist nötig aber stumpf und es genau die Art von Arbeit bei der ein Agent stark ist.

00:05:45: Hier setzen wir jetzt auch mit unserem System an nicht beim Urteilen sondern bei der Vorarbeit zum Urteil.

00:05:52: Also der Agent nimmt uns einen Teil der Arbeit beim Sichtensortieren aufbereiten ab und legt das Material so vor, dass wir unsere eigentliche Arbeit viel schneller und auf besserer Grundlage machen können.

00:06:03: Und wie das aussieht, das zeige ich jetzt gleich mal am Interviewagenten.

00:06:09: Dieser Agent greift zusammen mit den anderen Agenden auf dem gleichen Wissensraum zu.

00:06:14: Das heißt die sind alle in einem gemeinsamen Projekt abgelegt.

00:06:18: Unter hinter liegen dann Dinge, die für die gesamte Untersuchung gelten.

00:06:21: Also Zwischenberichte, Memos und vor allen Dingen Vorlagen Beispiele für den gewünschten Schreibstil Und damit haben eben alle die gleiche Grundlage.

00:06:32: Natürlich hat jeder Agent seine eigene Rolle und seine eigene Aufgabe Aber sie haben denselben Kontext.

00:06:38: Der eine bereitet zum Beispiel jetzt Interviews vor der andere hilft beim schreiben des Berichts und wieder einer behält den Überblick über den Stand der Dinge.

00:06:46: Ein Fall Ein Wissenstand viele Spezialisten, so ähnlich wie ein Projektteam in dem auch nicht jeder alles macht.

00:06:54: Bei unserem Beispiel das wir uns jetzt anschauen handelt es sich um einen Interviewagenten.

00:06:59: Das heißt ich öffne im Projekt eine neue Kompensation und gebe ja eine Rolle.

00:07:03: Du bist jetzt unser Interviewagend.

00:07:05: Dann beschreibe ich die Aufgabe.

00:07:07: zum Beispiel durchsuche die aufbereiteten Kommunikationsdaten die ich dir in diesem Ordner abgelegt habe nach allen Findings zu der Person die wir befragen wollen als Sender, als Empfänger, als Erwähnteperson und bring das in eine zeitliche Reihenfolge.

00:07:23: Schreibe mir eine Einordnung welche Rolle diese Person im Gesamtbild spielt und in welchen Zeitfenstern es jetzt kritisch wird.

00:07:30: Daraus destillierst du dann die Fragen für den Gesprächsleitfaden.

00:07:34: Zusätzlich gebe ich dem Agenten noch einen Template zum Beispiel ein Word in das er zwingend reinarbeiten muss.

00:07:41: Das heißt dass ich nachher jedes Mal das gleiche Format.

00:07:47: Im Idealfall gebe ich dem natürlich schon einige Fragen mit oder Deute auf Themenkomplexe hin, die jetzt hier vielleicht relevant sind für die Personen damit sich der Agent auf dieser auch konzentriert.

00:07:58: Mir ist ganz wichtig zu erwähnen dass am Ende dieser Übung nicht ein perfekter Gesprächsleitfaden herauskommt aber es kommt eine Grundlage heraus auf den Findings die bis zu dem Zeitpunkt habe und einigen Dokumenten die bereits angefertigt haben.

00:08:12: das heißt dieser Agent fast zusammen.

00:08:15: Der ist in der Lage, daraus dann eine schlüssige Frage zu bilden.

00:08:19: Und die kann ich dann weiter ausarbeiten oder umorganisieren oder vielleicht wegstreichen.

00:08:25: Das bleibt immer noch mir überlassen und es ist auch wichtig dass ich diese Arbeit mache.

00:08:31: Wenn ich dann sage okay jetzt ist der Gesprächsleitfaden gut das kann ich dem Interviewagenten auch noch die Aufgabe geben mir die Vorhalte vorzubereiten also die Dokumente die hier in meinen Fragen eben angesprochen werden.

00:08:42: Und wenn ich dem Agenten das sage, ist er auch in der Lage diese Dokumente zu redekten.

00:08:46: Das heißt er schwertst dann Informationen die möglicherweise nicht für die Augen desjenigen bestimmt sind, der dort interviewt wird.

00:08:55: Man könnte jetzt diesen Agent noch viele weitere kleine Teilaufgaben geben aber ich denke dass reicht erstmal aus.

00:09:01: Er kennt seine Aufgabe, der greift auf Projektdaten zu Auf Vorlagen zwischen Berichte Leitfaden und hat auch Stilbeispiele zur Verfügung.

00:09:08: Was ich mir jetzt pro Interview nur noch gebe, sind eben aufbereitete Daten zu der jeweiligen Person und herauskommt ein grobes vorbereitetes Interviewpaket.

00:09:18: Das reduziert natürlich die Arbeit, die ich mit dem Interview dann habe nicht auf Null aber sie reduziert zumindest die Vorbereitungszeit erheblich und ich konzentriere mich vor allen Dingen darauf den Output zu prüfen und mich besser auf das Interview vorzubereiten weil ich mehr Zeit zur Verfügung hab Und das ist auch der Punkt, der mir wichtig ist.

00:09:36: Also die Zeit verschwindet jetzt nicht komplett nur weil wir Agenten im Einsatz haben.

00:09:39: sie verschiebt sich so ein bisschen weg von den stumpfen Vorbereitungsaufgaben hin mehr zur Qualitätssicherung und zur Vorbereitung.

00:09:48: Das ist eigentlich ein ziemlich guter Tausch finde ich!

00:09:51: Wir sehen auch dass wenn wir jetzt sagen wir bieten einen Interview an oder das Interview ist jetzt Teil unserer Investigation, dass dann nicht plötzlich von zwanzig Stunden die jetzt ein Interview von Vorbereithung Durchführungen Nachbereitung in Anspruch nimmt, dass daraus jetzt plötzlich nur eine Stunde wird.

00:10:06: So ist es nicht!

00:10:07: Die Vorbereitung wird kürzer?

00:10:09: Klar... Das Interview muss immer noch von zwei Personen geführt werden.

00:10:13: wir müssen immer noch dort hinfahren das interview führen und zurück fahren Und das ist halt einfach ne Arbeit.

00:10:20: die kann man nicht einfach einem Agenten übergeben und sollte man auch nicht.

00:10:24: Die Nachbereitung ist dann wieder einer Aufgabe bei der der Agent wunderbar unterstützen kann da er sowieso den Input kennt, er hat ja die Fragen mit einem vorbereitet und der kann jetzt aus unseren Ellipsen oder den Stichpunkten die wir gemacht haben uns einen schönen aufbereiteten Gesprächsleitfahren bauen.

00:10:42: Es ist ein bisschen das Problem wer schon mal mit einer AI gearbeitet hat und versucht da Texte oder Textteile schreiben zu lassen dann hat man manchmal den Eindruck dass es nicht nach einem Selbstlink beziehungsweise nicht in dem Stil geschrieben ist wie man es gerne hätte.

00:10:57: Das ist immer ein bisschen Arbeit.

00:10:59: Also die Sache ist eben nicht einfach damit gegessen, dass man sagt ich gebe dir jetzt eine Rolle und ne Aufgabe und fertig.

00:11:04: Ich will ja auch nichts schön reden.

00:11:06: wenn ich einem Agenten nur seine Anweisung gebe funktioniert das schon erstaunlich gut aber das Ergebnis fühlt sich halt nicht immer richtig an.

00:11:14: also Formulierungen sind da drin die nicht in einen aufbereiteten Gesprächsleitfaden oder in den Gesprächsprotokoll gehören oder in einen Bericht Und dann sitze ich da und schreibe alles um, damit ich meinen eigenen Duktus oder den gewünschten Duktuss wiedererkenne.

00:11:29: Das ist immer noch schneller als vor einem leeren Blatt zu sitzen aber auf Dauer auch mühsam.

00:11:34: Dafür gibt es eine Lösung, um diesen mühsamen Prozess zu reduzieren und von vornherein das Gefühl zu haben dass es mein Arbeitsprodukt.

00:11:43: Nehmen wir jetzt mal den Agenten der uns beim Bericht schreiben helfen soll.

00:11:48: Dieser funktioniert aus meiner Sicht am besten wenn man mit dem Co-Authoring Skill arbeitet.

00:11:53: Kurzer Einschub, was ein Skill ist.

00:11:56: Der Skill beschreibt jetzt keine Inhalte sondern der beschreibt einen Prozess.

00:11:59: Das heißt man sagt ihm dem Agenten so gehst du vor wenn Du diese Art von Aufgabe erledigst.

00:12:07: Im Falle des Core Offering-Agenten ist es so dass ihr erst liest und dann ganz viele Fragen stellt bevor ja einfach los liegt zu schreiben.

00:12:15: Und dann gehen wir Abschnitt für Abschnitt durch.

00:12:18: Er schlägt eine Formulierung vor.

00:12:20: ich korrigiere, er arbeitet die Korrektur ein und eventuell ziehen wir mehrere Schleifen über den gleichen Abschnitt.

00:12:26: Ich steuere vielleicht noch Informationen bei die ihm fehlen und so arbeiten wir uns Abschnitt für Abschnitt vor und das ist vor allen Dingen bei den ersten paar Kapiteln wo man noch so die Hintergründe beschreibt und den ganzen Ablauf.

00:12:40: da ist es einfach wahnsinnig hilfreich!

00:12:43: Und jetzt kommt das Entscheidende nämlich am Ende einer solchen Sitzung schlägt der Agent vor, welche meiner Korrekturen er sich als feste Regeln merken soll.

00:12:52: Also wenn ich ihm ein zweimal gesagt habe bitte keine Passivformulierung sondern bitte formuliere aktiv dann wird mit der Zeit daraus eine dauerhafte Regel in seiner Anweisung.

00:13:03: das heißt der Agent startet als generisches Profil und wird mit jeder Sitzungen ein Stück mehr zu meinem Kompetenzprofil.

00:13:11: Also er lernt mein Stil und zwar nicht durch Zauberei, sondern weil ich ihm zeige was ich gerne hätte.

00:13:18: Das ist ehrlich gesagt wieder genau wie beim Einarbeiten eines Juniors.

00:13:21: Am Anfang korrigiert man viel und nach einigen Wochen kann man mehr abnicken und merkt ja ok jetzt greifen unsere Gedanken ineinander und wir wissen wie wir miteinander arbeiten wollen.

00:13:32: Der Unterschied ist nur der Agent vergisst nichts das wir einmal festgehalten haben.

00:13:37: Andererseits ein praktischer Hinweis, weil ich den Fehler selbst gemacht habe.

00:13:40: Man sollte jetzt Korrekturen nicht alle einfach stumpf in die Anweisung hineinkopieren sondern zu Regen verdichten.

00:13:47: Sonst hat man nach zehn, fünfzehn Sitzungen eine absolut unleserliche Datei und verballert jede Menge Tokens.

00:13:52: also weniger ist hier mehr.

00:13:56: Kommen wir mal zu den Grenzen und wo der Mensch einfach bleiben muss und wo er auch nicht wegzudenken ist.

00:14:03: das ist ein Teil, den ich für sehr wichtig halte Denn wenn ich nur über den Nutzen rede von AI, dann mache ich genau das was ich an diesen ganzen KI-Diskussionen am wenigsten mag.

00:14:13: Die Werkzeuge die wir hier besprechen haben Grenzen und gerade in unserem Beruf sind das keine theoretischen Grenzen sondern sie können haftungsrelevant sein und entscheiden auch darüber ob so ein Report am Ende gerichtsfest ist.

00:14:29: Erstens die Modelle irren sich und zwar häufig.

00:14:33: Das ist in der Natur der Sache, das sind probabilistische Modelle.

00:14:35: D.h.,

00:14:36: die Arbeiten nach Wahrscheinlichkeiten.

00:14:38: Je mehr Grounding ich dem Modell gebe und meinem Agenten zur Verfügung stelle und je mehr Grenzen ich ihm setze innerhalb derer er antwortet desto mehr kann ich sogenannte Halluzination reduzieren.

00:14:53: aber ich muss trotzdem jedes Output prüfen Und das ist genau das Problem was bei vielen Leuten eben zum Scheitern führt oder führen wird, denn die Agenten sind theoretisch in der Lage uns super schnell ein scheinbar perfektes Produkt zu liefern.

00:15:10: Nehmen wir mal den Interviewagenten.

00:15:13: Wenn man ihm jetzt alles zur Verfügung stellt und quasi sagt so mach mir mal einen Gesprächsleitfaden dann ist das Teil wahrscheinlich innerhalb von drei vier Minuten fertig.

00:15:21: Man selber würde daran Stunden sitzen.

00:15:24: Und nachdem jetzt dieses Output da ist, ist die große Herausforderung mit ganz scharfen Verstand und spitzen Bleistift sich hinzusetzen und dieses Teil Korrektur zu lesen.

00:15:34: Man muss dann auch weiterhin aufmerksam bleiben selbst wenn jede Formulierung noch so perfekt klingt und das alles sehr gut ineinander zugreifen scheint.

00:15:43: man muss prüfen ob die Quellen da sind oder überhaupt die E-Mails die hier als Vorhalte genannt werden oder ob die KI sich die zusammen fabuliert hat, weil sie jetzt hier gerade so schön in die Story gepasst haben.

00:15:58: Zweitens das hängt unmittelbar mit dem ersten Punkt zusammen wir müssen uns nach wie vor mit den Texten vertraut machen und mit den Outputs der KI.

00:16:09: natürlich lesen wir Sie.

00:16:10: aber wenn man etwas selbst geschrieben und formuliert hat dann ist man doch viel mehr im Thema und viel mehr in der Materie am Ende ein Produkt hat, das man selbst gar nicht so richtig überblickt und gar nicht verstanden hat.

00:16:25: Weil es einfach zu groß ist und auch einmal oder zweimal Korrektur gelesen hat.

00:16:30: Gerade in einem Interview ist es nach wie vor wichtig sich ganz akribisch mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und auch mit der Reihenfolge und sich zu überlegen, wie ich denn jetzt dieses Interview angehe?

00:16:44: Das gleiche gilt für den Bericht.

00:16:45: kann nicht am Ende Deutsch sitzen und nicht wissen, was in meinem Bericht steht.

00:16:52: Der dritte große Punkt ist Vertraulichkeit natürlich also.

00:16:56: wir arbeiten mit hoch sensiblen Daten.

00:16:57: das sind häufig personenbezogene Informationen Geschäftsgeheimnisse manchmal auch Dinge die unter einen Mandatsverhältnis fallen Das heißt die Frage wo diese Daten verarbeitet werden und wer darauf Zugriff hat ist jetzt nicht das Kleingedruckte sondern das Grundvoraussetzung.

00:17:11: Bevor irgendein Agent irgendwelche Falldaten sieht muss geklärt sein dass die Verarbeitung eben auch dem Schutzbedarf entspricht.

00:17:19: Ohne das findet, dass alles was ich heute hier beschreibe einfach nicht statt.

00:17:23: und generell gilt immer wenn ich mir nicht sicher bin ob ich in einer KI arbeiten kann mit Person bezogenen Daten oder Falldaten dann sollte ich es erst mal lassen und intern klären ob das möglich ist.

00:17:35: Wenn man jetzt so will nimmt uns die KI natürlich einige Aufgaben im Beruf ab aber links nicht alles.

00:17:40: also das Urteil der Erfahrung die Integrität für die uns Mandanten auch holen gute Beziehung mit der wir zusammenarbeiten, das bleibt ja bei uns.

00:17:50: Und ich würde sogar sagen je mehr Vorarbeit die Maschine jetzt für uns übernimmt desto wichtiger wird eigentlich den menschliche Teil weil mehr Zeit dafür übrig bleibt und das ist auch meine Hypothese.

00:18:03: Ich glaube dass der Einsatz von EI in einer Zukunft für Berater dafür sorgen wird und vor allen Dingen auch für Forensiker dafür viel weniger dazu benutzt werden um E-Mails zu lesen oder irgendwelche Dokumente zusammenzufassen, sondern dass unser Rat wieder viel mehr in Anspruch genommen wird und auch geschätzt wird.

00:18:21: Das heißt wir reden wieder vielmehr ins Stilkurs miteinander und fachsimpeln und überlegen und stellen Hypothesen auf und ich glaube es wird viel weniger sich noch um diese Fleißarbeit drehen und es wird mehr um Kreativ und Denkarbeit gehen.

00:18:38: Mit diesem kurzen Wort zum Sonntag fasse ich nochmal zusammen.

00:18:42: Also ein Agent ist jetzt nichts Magisches, sondern er ist einfach ein Sprachmodell mit einer klaren Rolle und Zugriff auf einen definierten Kontext.

00:18:49: Der Nutzen liegt jetzt nicht darin dass der besser denken kann als wir Sondern das der uns die Vorarbeit erleichtert.

00:18:55: Über Skills kann man zum Agenten auch nach und nach etwas zeigen und anlernen Und er weiß genau wie er diese Aufgabe zu erledigen hat.

00:19:05: Modells sind ganz real und wir kennen sie alle.

00:19:07: Die können sich irren, die Vertraulichkeit ist nicht immer gegeben... ...und der Mensch im Loop muss sich disziplinieren!

00:19:16: Vielleicht noch zum Abschluss?

00:19:17: Mir ist schon klar dass mit diesem Agentensystem jetzt nicht das Rat neu erfunden wird.

00:19:22: Die meisten von uns arbeiten ohnehin schon mit Chats und AI-Chats um eben ihre Investigations schneller voranzubringen.

00:19:29: aber was dieses Agentenssystem macht und wenn ich in der Lage bin dieses auch konstant immer gleich aufzusetzen.

00:19:38: Dann erleichtert es mir einerseits diese ganze Vorbereitungszeit, immer wieder Disabled zu erklären und andererseits sorgt das natürlich auch dafür dass ich einen systematischen Ansatz verfolge und dass ich diesen Ansatz immer wieder holen kann und dass sich ihn erklären kann.

00:19:54: Es ist natürlich ein was anderes.

00:19:55: wenn zum Beispiel in einem Bericht am Ende schreiben muss, ja wir haben dafür auch ein Chatboard eingesetzt.

00:20:01: Aber ich kann gar nicht genau sagen was waren die Prompts?

00:20:03: Wie arbeitet der?

00:20:04: Was sind die Outputs gewesen?

00:20:06: Sondern dass ich sagen kann Ja hier das sind die Anweisungen unseres Interviewagenten beispielsweise Das ist das Templatewasser benutzt Das sind die Promps die beeingegeben haben Und das war das Raw-Output was wir bekommen haben.

00:20:21: Ich hoffe euch hat diese Folge gefallen Auch wenn es jetzt mal so'n bisschen in eine technische Richtung ging.

00:20:26: Wenn euch das gefallen hat, dann lasst gerne ein Like da, abonniert den Podcast und empfehlt ihn weiter.

00:20:31: Das hilft mir mehr als man denkt!

00:20:33: Und ich danke fürs Zuhören.

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